Ameli zeigt ihre Trauerkunst
Ameli Neureuther spricht über ihre lange Zurückhaltung und die „schwerste Zeit“ nach dem Tod ihrer Mutter Rosi Mittermaier 2023. Heute verarbeitet die 45-Jährige ihre Trauer in einer eigenen Bildreihe.

Ameli Neureuther hat sich lange im Hintergrund gehalten – auch aus Angst vor dem Urteil anderer. Im Gespräch mit GALA erzählt die 45-Jährige, warum sie ihre Kunst erst jetzt öffentlich zeigt und wie sehr sie dabei die Auseinandersetzung mit Verlust verändert hat. Ihre Bilder seien für sie ein Weg geworden, sich nicht länger von Erwartungen abhängig zu machen.
Kunst gegen die Trauer
Besonders eng ist ihr aktuelles Schaffen mit dem Tod ihrer Mutter verbunden: Ski-Ikone Rosi Mittermaier starb 2023 im Alter von 72 Jahren an Krebs. Neureuther verarbeitet diesen Verlust in ihrer Reihe „Flying Seeds“. Aus Trauer sei dabei kreative Energie entstanden – und der Mut, mit den eigenen Werken sichtbar zu werden.
Aufgewachsen ist sie zwar in einer bekannten Familie, doch genau das habe es nicht immer leicht gemacht. Sie schildert, dass mit einem prominenten Namen auch Aufmerksamkeit und Druck verbunden seien. Oft habe sie das Gefühl gehabt, andere hätten sich bereits ein Bild von ihr gemacht, bevor sie sie überhaupt kennenlernen konnten. Umso wichtiger sei es für sie gewesen, den eigenen Platz zu finden.
Frühe Liebe zur Malerei
Die Verbindung zur Kunst reicht weit zurück. Schon als Kind saß sie mit dem Aquarellkasten am Küchentisch, oft gemeinsam mit ihrer Mutter. Diese stillen Momente seien prägend gewesen. Ein frühes Schlüsselerlebnis war für sie ein Buch über Franz Marc: Besonders das „Blaue Pferd“ habe sie so begeistert, dass sie es stundenlang mit Wasserfarben nachmalte. Das Bild hängt bis heute eingerahmt im Eingangsbereich der Familie.
- Studium: Modedesign
- Stationen: Arbeit für Marc Jacobs und Wolfgang Joop
- Leidenschaft: Malerei und eigene Bildreihe „Flying Seeds“
Dass ihre Familie vor allem mit dem Spitzensport verbunden wird, habe für sie nie bedeutet, sich bewusst abgrenzen zu müssen. Ihre Eltern hätten ihr vielmehr Freiheit gegeben, den eigenen Weg zu gehen. Von Vater Christian Neureuther habe sie vor allem Disziplin und Ausdauer gelernt – Eigenschaften, die ihr heute auch in der Kunst helfen.
Foto: gala_de