Afghanistans Opium boomt wieder
In Afghanistan ist die Opiumproduktion trotz Taliban-Verbot massiv gestiegen. Nach UN-Angaben legte die hergestellte Menge 2026 im Vergleich zum Vorjahr um rund 400 Prozent auf knapp 1.500 Tonnen zu.

Foto: Original: Taliban Vector: Lexicon / Wikimedia Commons, Public domain
Trotz des Verbots durch die Taliban nimmt der Opiumanbau in Afghanistan wieder deutlich Fahrt auf. Nach Angaben des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung UNODC ist die Produktion 2026 im Vergleich zum Vorjahr massiv gestiegen. Auslöser ist vor allem die schwierige wirtschaftliche Lage vieler Familien auf dem Land.
Deutlicher Sprung bei Fläche und Ernte
Dem Bericht zufolge wurden in Afghanistan 2026 rund 43.000 Hektar mit Schlafmohn bepflanzt. 2025 waren es noch 10.000 Hektar. Auch die produzierte Opium-Menge zog stark an: von 300 Tonnen im Vorjahr auf knapp 1.500 Tonnen. Das entspricht einem Plus von etwa 400 Prozent innerhalb eines Jahres.
Ganz auf dem früheren Niveau ist der Anbau aber noch nicht. Vor der Rückkehr der Taliban an die Macht und vor dem Verbot im Jahr 2022 lagen die Flächen deutlich höher. 2021 wurden nach UN-Angaben noch 200.000 Hektar für Schlafmohn genutzt.
Armut treibt Bauern in den illegalen Anbau
Nach Einschätzung der Vereinten Nationen spielt vor allem die Armut im Land eine zentrale Rolle. Viele Bauern könnten mit Getreideanbau und Viehzucht allein ihre Familien nicht mehr versorgen. Steigende Lebensmittelpreise verschärften den Druck zusätzlich. Schlafmohn werde zudem oft zwischen Getreidefeldern oder bei Gebäudeanlagen versteckt angebaut.
- 2026: 43.000 Hektar Schlafmohn
- 2025: 10.000 Hektar
- Opiummenge 2026: knapp 1.500 Tonnen
- Einnahmen der Zwischenhändler: rund 525 Millionen Euro
Die UNODC warnt deshalb, dass der Drogenanbau kaum dauerhaft eingedämmt werden kann, solange sich die finanzielle Lage der Bevölkerung nicht verbessert. Auch aus der Taliban-Regierung kamen Forderungen nach internationaler Unterstützung. Die Vereinten Nationen drängen darauf, alternative Einkommensquellen für die Menschen in Afghanistan zu schaffen und zugleich die weltweite Nachfrage nach Opium zu verringern.
Quelle: Tagesschau