60 Jahre Star Trek Kult
Am 8. September 1966 startete „Star Trek“ im US-Fernsehen. Auch 60 Jahre später gilt die Serie als Spiegel gesellschaftlicher Debatten über Vielfalt, Technik und eine bessere Zukunft.

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„Star Trek“ wird 60 Jahre alt: Am 8. September 1966 lief die erste Folge im US-Fernsehen. Dass das Franchise bis heute eine treue Fangemeinde hat, hängt auch mit seinem Zukunftsbild zusammen: Die Serie zeigte schon früh nicht nur Raumfahrtfantasien, sondern auch gesellschaftliche Ideen, die ihrer Zeit weit voraus waren.
Schon Jahre vor der ersten Mondlandung war die Enterprise im Fernsehen unterwegs. Laut der Kulturwissenschaftlerin Rebecca Haar stand die Crew stets für eine fortschrittliche Haltung – bei technischen Visionen ebenso wie bei Fragen von Vielfalt. Genau das machte die Serie für viele Zuschauer so besonders: An Bord arbeiteten Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammen, ergänzt durch den Außerirdischen Mr. Spock vom Planeten Vulkan.
Vielfalt als klares Programm
„Star Trek“-Schöpfer Gene Roddenberry setzte bewusst auf eine Besetzung, die eine vielfältige Zukunft zeigen sollte. Weiße und Schwarze, Asiaten und Russen gehörten selbstverständlich zur Mannschaft. Im vulkanischen Denken, so Haar, steckt die Idee einer unendlichen Vielfalt, in der jeder seinen Platz finden kann.
- 1966: Start der Serie im US-TV
- 1968: historischer Kuss zwischen Uhura und Kirk
- 1969: Absetzung nach 79 Folgen
- 1972: Start in Deutschland als „Raumschiff Enterprise“
TV-Moment mit Wirkung
Ein besonderer Meilenstein folgte 1968: Der Kuss zwischen Leutnant Uhura und Captain Kirk gilt als erster Kuss einer schwarzen Frau und eines weißen Mannes in einer US-Fernsehserie. Für Haar war das damals ein großes Risiko – von den Fans wurde die Szene jedoch gefeiert. Auch Schauspielerin Nichelle Nichols wusste um die Bedeutung ihrer Rolle. Als sie nach der ersten Staffel aufhören wollte, soll sie Martin Luther King zum Bleiben bewegt haben, weil Sichtbarkeit im Fernsehen wichtig sei.
Selbst politische Spannungen ihrer Zeit fanden Eingang in die Serie. Der Kalte Krieg spiegelte sich in der Figur eines russischen Offiziers an Bord und in den Klingonen als abgeschottetem Gegner. Später änderte sich dieses Bild: In einem Kinofilm von 1991 werden die Klingonen Teil der Föderation. In Deutschland lief die Serie ab 1972 als „Raumschiff Enterprise“ im ZDF – allerdings in einer Synchronfassung, die den visionären Ton des Originals laut Quelle nur begrenzt transportierte.
Quelle: Tagesschau